Frau Schaaf am 2. Juli 2009 um 11:46 Uhr ☆ 5 x geblökt
Gestern Abend war es endlich so weit, Herr Schaaf und ich haben sein ‘Weihnachtsgeschenk‘ eingelöst und waren auf dem lang ersehnten Depeche-Mode-Konzert in Hamburg. Eigentlich sollte das Konzert bereits am 02.06.09 stattfinden, da Sänger Dave Gahan jedoch an einem bösartigen Blasentumor erkrankte und operiert werden musste, wurde die Tour verschoben. Wir ‘Hamburger’ hatten trotzdem das Glück, dass es bei der HSH Nordbank Arena als Location blieb, so dass wir das letzte Sommer-Open-Air-Konzert der Band genießen durften. Und Sommer gab es gestern wahrlich genug, gegen Abend wurde die Luft aber angenehmer, so dass es wirklich Spaß gemacht hat, auf den Rängen mitzufeiern (unten hätte ich nicht stehen mögen, das war bestimmt ein Hexenkessel).
Pünktlich um 19.30 startete die Vorgruppe Motor ihr Programm und spielte ungefähr eine Stunde lang… ja, was eigentlich? Ich hab keine Ahnung, in welche Kategorie die Musik fällt, die Zwei waren auf jeden Fall mit einem Mischpult bewaffnet, gesungen wurde nicht und Instrumente habe ich auch nicht gesehen. Mir persönlich hat die Musik überhaupt nicht gefallen, sie war unpassend, nervtötend und die Bühnenschow ließ auch zu wünschen übrig. Ebensogut hätte man einfach ein Band laufen lassen können, das hätte wohl keinen Unterschied gemacht. Der Rest des Publikums schien das aber auch so zu sehen, denn nach dem letzten Stück wurden Motor gnadenlos ausgepfiffen.
Nachdem anschließend noch ca. eine halbe Stunde umgebaut wurde, war es dann endlich so weit. Depeche Mode betraten die Bühne und begannen das Konzert mit “In chains”. Bereits nach dem Opener zog Dave seine Jacke aus *rrrr* und stimmte “Wrong” an, einen meiner Lieblinge des neuen Albums. Spätestens ab da gab es kein Halten mehr, die Stimmung in der Arena kochte über, die Fans schrien und klatschten und man wurde ganz automatisch von dieser Euphorie mitgerissen. Wow. Es sind einfach zuviele Eindrücke, um sie jetzt alle hier festzuhalten.
Meine absoluten Highlights waren, u.a., “Home” von Martin L. Gore, der es so schön in den Abend hinein sang, dass mir fast das Pippi inne Augen stand und “Enjoy the silence”. Bei dem Song ist Dave Gahan sowas von abgegangen, das war der Wahnsinn. Es muss aber auch fantastisch sein, inmitten mehrerer Zehntausend zu stehen (die Bühne ging in Masse hinein) und sich seinen eigenen Song um die Ohren ‘ballern’ zu lassen. Immer wieder forderte er die Fans auf, “All I ever wanted, all I ever needed” zu singen und tanzte ausgelassen über die Bühne, wobei er dann auch noch sein letztes Stück Oberbekleidung von sich warf. *rrrrr* ;-)
Überhaupt muss ich sagen, dass mir die Show sehr gut gefallen hat. Dave Gahan ist eine geile Rampensau mit einer unheimlichen Bühnenpräsenz und Ausstrahlung, seine Tanzeinlagen mit dem Mikrofonständer erinnerten uns oft an Freddy und es war ganz offensichtlich, dass er mindestens genausoviel Spaß hatte, wie die Fans – er grinste und strahlte die ganze Zeit. Wie vielleicht bekannt ist, bin nicht ICH der Depeche-Mode-Fan von uns beiden (Herr Schaaf hat natürlich fleißig alle Lieder mitgesungen), aber das Konzert hat auch mich begeistert. ;-)
Ein paar negative Anmerkungen habe ich dennoch: Ich werde wohl nie verstehen, warum Leute auf ein Konzert gehen, um sich dort mit Alkohol zuzuballern. Es gab Einige, die dann bei den Temperaturen natürlich abgeseilt sind oder einfach aggro wurden (darauf kann ich ja gar nicht). Und für meinen Geschmack wurde auch zuviel geraucht, teilweise hing eine richtige Rauchglocke in der Arena. Wir hatten leider das Pech, vor uns vier Kettenraucher zu haben, da hörte das Gequarze nämlich nach dem dritten Bier gar nicht mehr auf. Naja.
Ansonsten war es für uns aber ein ganz fantastischer, stressfreier Abend (da wir mit der Bahn gereist sind und es einen Bus-Shuttle-Service bis direkt vor die Arena gab, hatten wir keinerlei Verkehrschaos oder Parkplatzprobleme), den wir sehr genossen haben. Wie sagte Herr Schaaf am Schluss noch so schön: “Dieses Weihnachtsgeschenk ist so leicht nicht zu toppen!”
Bei der Gelegenheit habe ich ihn natürlich gleich dezent daruf hingewiesen, was er zu tun hat, falls David Bowie unerwarteterweise irgendwann in diesem (seinem) Leben doch nochmal auf Tour gehen sollte. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt! ;-)
Comments
5 x geblökt bei “Music for the masses!”
Schafköttel hinterlassen

2. Juli 2009 um 18:31 Uhr
zehntausende…
jaaaa,die damals 4 waren mal wirkliche superstars.
zehntausende wär damals n kleiner kreis gewesen…
ich war mitte der 90er das letzte mal bei dm.
nürnberg+leipzig.
2. Juli 2009 um 18:38 Uhr
Hm, ich finde 55.000 ganz ordentlich. Und viele haben ihre Karten nach der Verschiebung des Termins wohl wieder zurückgegeben.
2. Juli 2009 um 18:59 Uhr
Schön, dass es euch so gut gefallen hat – ich war früher direkt scharf auf Dave Gahan ;-)
3. Juli 2009 um 7:39 Uhr
Früher fand ich den nicht fesch, zu bubi und 80er. Wobei ich mich damals eh nie mit Depeche Mode beschäftigt habe, vielleicht hätt ich ihn sonst auch besser gefunden. ;-)
3. Juli 2009 um 21:14 Uhr
Hui klingt geil. Bis auf Motor. *g*